Touristen, die bei einem Gottesdienst Selfies machen oder während einer Beerdigung die Trauernden fotografieren. In Hallstatt in Österreich ist genau so etwas regelmäßig vorgekommen. Das kleine Örtchen, das zum Unesco-Welterbe zählt, zog deswegen Konsequenzen.

Hallstatt hat gerade einmal 750 Einwohner, ist aber ein Touristen-Hotspot. Rund 600.000 Gäste besuchen den Ort in Oberösterreich jedes Jahr - vor allem bei asiatischen Touristen ist Hallstatt beliebt.

Weil sich aber einige Gäste in den beiden Kirchen des Ortes taktlos verhalten haben, sperren die Gotteshäuser jetzt während der Messe die Türen zu oder lassen Türsteher den Eingang bewachen. Das berichtet die BezirksRundschau.

"Bitte warten Sie kurz. Sobald die Kirche zugesperrt ist, können wir beginnen."
Dankfried Kirsch, evangelischer Pfarrer in Hallstatt

So oder so ähnlich wendet sich der evangelische Pfarrer Dankfried Kirsch inzwischen vor der Messe an die Gläubigen. Auch auf dem Friedhof ist bei Beerdigungen Touristen-Sperrzone. Wenn aber nicht gerade Gottesdienste oder Begräbnisse stattfinden, sind Touristen in den Kirchen und auf dem Friedhof in Hallstatt willkommen.

Detailgetreuer Nachbau von Hallstatt in China

Dass der Ort auch von vielen Chinesen besucht wird, ist kein Wunder. Schließlich möchten sie sich gerne mal das Original anschauen. Eine chinesische Immobilienfirma hat das idyllische Bergdorf nämlich vor einigen Jahren detailgetreu nachbauen lassen - komplett mit künstlichem See, Kirchturm und pastellfarbenen Häusern. Die Hallstatt-Replik ist 2012 im Süden Chinas eingeweiht worden.