Große Augen, Stupsnäschen und eine hohe Stirn -

Das macht Babys so niedlich und bringt Erwachsene dazu, sich um sie zu kümmern. So die Kindchenschema-Theorie, die der österreichische Zoologe Konrad Lorenz in den Vierzigerjahren aufgestellt hat. Doch bei Leuten, die unter Drogen stehen, könnte das anders sein. Forscher der University of Pennsylvania haben untersucht, wie Süchtige auf das Kindchenschema reagieren. In einer Pilotstudie haben sie 47 Probanden getestet, die von Opioiden abhängig waren - dazu gehören illegale Drogen wie Heroin, aber auch viele Schmerzmittel.

Die Forscher zeigten den Teilnehmern Bilder von Babys und schauten sich dabei ihre Hirnaktivität an. Das Gleiche wiederholten sie, nachdem die Probanden einen Opioid-Blocker bekommen hatten. Das Ergebnis: Ohne den Opioid-Blocker reagierten die Probanden nicht auf die Babyfotos. Mit dem Medikament ähnelte ihre Hirnaktivität der von nicht-süchtigen Menschen.

Die Forscher schließen daraus, dass Heroin und andere Opioide dafür sorgen, dass die sozialen Fähigkeiten abnehmen. Der Effekt sei möglicherweise dafür verantwortlich, dass Süchtige ihre Kinder vernachlässigen.