Frankreich bereitet sich offenbar auf Blackouts vor. Schuld daran ist der eisige Winter.

Die französische Energieministerin Ségolène Royal geht von regionalen Stromausfällen aus und hat deshalb gestern eine geheime Krisensitzung mit den großen Stromversorgern des Landes einberufen.


Der Eifelturm im Dunkeln

Europa steht in den nächsten Tagen eine extreme Kältewelle bevor, und die könnte in Frankreich weitreichende Folgen haben. Denn viele Franzosen heizen mit Strom und die Atomkraftwerke des Landes schwächeln gerade: Unter anderem wegen fehlerhafter Bauteile sind im Moment so viele Atomkraftwerke gleichzeitig vom Netz wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Aglaia Dane, DRadio Wissen Nachrichtenredaktion
"Frankreich ist sehr abhängig vom Atomstrom."

Stromimporte aus Deutschland, Belgien und Großbritannien können den Mehrbedarf zwar kurzfristig decken, aber nicht alles abfangen, wenn der Stromverbrauch durch die Kältewelle nach oben schnellt oder länger deutlich höher als normal sein sollte.

Nach dem Sturmtief Egon sind in Frankreich aktuell sowieso noch tausende Haushalte ohne Strom. Laut dem Netzbetreiber Enedis sind mehr als 30.000 Häuser und Wohnungen betroffen, vor allem an der französischen Nordküste. Zum Höhepunkt des Sturms waren vorgestern Abend über 300.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.