Einsame, isolierte Menschen sind besonders suizidgefährdet.

Das ist eine Standard-Annahme aus der Psychologie. Forscher aus den USA stellen jetzt eine zweite Aussage daneben: Auch ein enges soziales Netz kann die Suizidgefahr erhöhen - besonders unter Teenagern. Die Wissenschaftler haben sich eine amerikanische Kleinstadt angeschaut, in der die sozialen Kontakte besonders eng und gut waren. An der örtlichen Highschool hatten sich zwischen 2000 und 2015 insgesamt 19 Jugendliche das Leben genommen, obwohl sie sozial gut eingebunden waren.

Teenager fühlen sich unter Druck gesetzt

Die Forscher fanden heraus: In der betroffenen Gemeinde gibt es sehr enge Vorstellungen davon, was einen guten Teenager ausmacht. Die drehen sich vor allem um sportlichen und schulischen Erfolg. Das setzt viele Jugendliche unter Druck. Die engen sozialen Kontakte führen dazu, dass sich alles sehr schnell herumspricht - auch ob jemand wegen psychischen Problemen in Behandlung ist. Das wiederum, so die Forscher, halte viele Teenager von vornherein davon ab, sich Hilfe zu holen, wenn sie nicht mehr weiterwissen.

Die Forscher hoffen, dass ihre Erkenntnisse helfen können, Präventionsprogramme besser zu machen.

Hier findest du Hilfe.

Wenn du darüber nachdenkst, dir das Leben zu nehmen, versuch auf jeden Fall, mit jemandem darüber zu sprechen.

Wenn du nicht mit einem Freund oder einem Verwandten sprechen möchtest, findest du hier Menschen, die dir zuhören und dir helfen können.

  • Die Telefonnummer der Telefonseelsorge ist 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Hier ist rund um die Uhr jemand erreichbar.
  • Die Telefonseelsorge hat auch einen Chat. Hier gibt es feste Termine, manchmal ist auch direkt ein Berater frei.
  • Du kannst dich an Krankenhäuser, Ärzte, Pfarrer, Imame, Rabbiner oder einen Psychologen wenden.