Die Bilder gingen vor anderthalb Jahren durch alle Medien: Eine ungarische Kamerafrau tritt weglaufende Flüchtlinge.

Andere Journalisten hatten sie gefilmt, wie sie an der Grenze von Ungarn nach Serbien ein davon laufendes Mädchen tritt und einem Mann ein Bein stellt, sodass er mit seinem Kind auf dem Arm hinfällt.

Sie hat für einen rechtsgerichteten Fernsehsender gearbeitet, der hat sie aber danach entlassen. Sie hatte sich später entschuldigt, aber auch gesagt, dass sie sich nur selbst schützen wollte.

Der Richter hielt das aber für unglaubwürdig. Die Kamerafrau wurde wegen Landfriedensbruchs zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie will das Urteil anfechten. Vor Gericht war die Kamerafrau nicht selbst anwesend, sondern wurde von einem unbekannten Ort zugeschaltet. Sie hatte Todesdrohungen erhalten.