Türkei nach Putschversuch

Schüler protestieren gegen Lehrermangel

In der Türkei hat das neue Schuljahr begonnen, doch viele Schüler müssen auf Unterricht verzichten, denn es fehlt an Lehrern.

In der Türkei waren nach dem Putschversuch im Sommer zehntausende Lehrer suspendiert oder versetzt worden. Ihnen wird vorgeworfen, der Bewegung des Predigers Fetullah Gülen nahezustehen oder der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Dass deswegen Unterricht ausfällt, dagegen formiert sich jetzt Protest. In mehreren Städten löste die Polizei Demonstrationen von Schülern auf, es gab auch Festnahmen. Die Schüler trugen Plakate mit Aufschriften wie "Lasst meine Lehrer in Ruhe!". Nach Korrespondentenberichten blieben in der Stadt Diyarbakir sogar ganze Schulen geschlossen. Dort leben vor allem Kurden.

Die türkische Regierung bleibt aber bei ihrem Kurs. Ministerpräsident Binali Yildirim rief in einer Rede zum ersten Schultag dazu auf, keine Nachsicht zu zeigen mit Lehrern, die der Gülen-Bewegung nahestehen.

Ein Schüler wird von der Polizei gewaltsam festgenommen bei einer Demo gegen die Entlassung von Lehrern (19.9.16)
© AFP
Ein Schüler wird von der Polizei festgenommen, weil er gegen die Entlassung von Lehrern protestiert (Diyarbakir 19.9.16)