Peter Schmidt ist schon viele der großen Straßen der Welt gefahren - etwa die Panamericana oder die Trans-Sahara-Route. Stets dabei: Ein akribisch ausgearbeiteter Plan. Der ist essentiell für die Reise. Wenn Peter von ihm abweichen muss, wird es kritisch.

Peter Schmidt mag es gerne geplant. Er hat das Asperger-Syndrom, das als eine eher milde Variante innerhalb des Autismusspektrums bezeichnet wird. Da ist es erstmal ein wenig verwunderlich, dass zu Peters Hobbys das Reisen gehört. Passiert auf Reisen doch in der Regel auch Unplanbares.

Peter versucht trotzdem zu planen. Er legt fest, wann er wo hin fährt und wie lange er dort was macht. "Ein Tag die Stadt angucken, dann so und so viel Kilometer dort hin fahren, dort zwei Tage bleiben, dann weiter nach XY" - so beschreibt Peter seine Vorstellungen einer gelungenen Reise.

"Ich ermesse den Erfolg meiner Reise daran, ob ich den Plan hin bekommen oder sogar übererfüllt habe."
Peter Schmidt

Nur ist das auch mal schwierig: In Südspanien, erzählt Peter, ging 24 Stunden gar nichts mehr, weil es regnete. Nach seinem Plan hatte es dort aber nicht zu regnen.

In Jordanien wollte er einen bestimmten Wüstenabschnitt besuchen, konnte dem Fahrer aber aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht vermitteln, wo er hin will. Vor lauter Frust ist er aus einem fahrenden Jeep gesprungen und hat sich in den Sand geworfen. "Ich wollte dann einfach in Ruhe gelassen werden. Ich hatte mich quasi wie ein Computer aufgehängt, ich brauchte einen Re-Boot."

Wer mit Peter mitreist oder ihn als Einheimischer auf seinen Reisen trifft, hat es manchmal nicht leicht. Ungeplantes ist schlecht, geplantes gut. So einfach die Formel klingt, so absurd sind manchmal deren Auswirkungen: Peter hätte keine Probleme trotz Bürgerkrieg nach Syrien zu fahren, das könne man schließlich in einen Plan einbauen.

Wenn bei McDonalds aber die Cola fehlt, die eigentlich fest zu einem bestimmten Menü dazu gehört, dann bringt das Peter aus der Fassung. Er storniert die Bestellung und will sein Geld zurück.

Kommunikative Behinderung ist evident

So schwierig Reisen für Peter und seine Mitmenschen manchmal ist - manches ist auch einfacher. Peter sagt: Weil im Ausland klar ist, dass das Verständigen schwieriger ist, würde gar nicht erst erwartet, dass man die feinen Nuancen zwischenmenschlicher Kommunikation versteht, die nicht auf der Sach-, sondern auf der Beziehungsebene stattfinden. Das sei in Deutschland der Fall, doch genau damit hat Peter Schwierigkeiten, genau wie andere Menschen mit Asperger oder anderen Formen des Autismus.

Über seine Reisen hat Peter Schmidt ein Buch geschrieben: "Der Straßensammler - Die unglaublichen Erlebnisse eines autistischen Weltreisenden".