Mehr als eine Million Flüchtlinge sind 2015 nach Deutschland gekommen. Sie werden die deutsche Verwaltung erst noch kennenlernen. Gut, wenn sie dabei Hilfe bekommen - von jemandem, der sich damit auskennt. Die Mitgründerin der Refugee Law Clinic Cologne ist heute Abend zu Gast bei Sven Preger.

Es war das Thema in diesem Jahr: im Netz, in unseren Köpfen, auch bei uns in der Redaktion. Flüchtlinge. Der Begriff ist das Wort des Jahres 2015 - noch vor Grexit und Je suis Charlie. Viele von uns haben in diesem Jahr Klamotten gesammelt oder Zeit in Flüchtlingsheimen verbracht - vielleicht mit der Frage im Hinterkopf: Schaffen wir das wirklich?

Der Unterschied zählt

Mich beeindrucken Menschen, die in solchen Situationen erkennen, wann sie wie welchen Unterschied machen können - und danach handeln. Corinna Ujkasevic ist so jemand. Sie hat zusammen mit zwölf anderen die Refugee Law Clinic Cologne gegründet. Die Idee: Flüchtlingen durch den Wust von Paragrafen helfen. Niemand kann das so gut wie angehende Juristen.

"Es ist das Perfekte, was wir machen können."
Corinna Ujkasevic, Mitgründerin RLCC
DRadio-Wissen-Moderator Sven Preger beeindrucken Menschen wie Corinna Ujkasevic.

Ehrenamtlich helfen

So ging Corinna in Wohnheime, bot Sprechstunden an, begleitete Asylverfahren - und überwand auch die Sprachbarrieren. Viele Flüchtlinge sprechen Englisch, Französisch oder sogar Deutsch. Letzteres gilt vor allem für die Menschen, die aus den Balkan-Ländern kommen. Für die Flüchtlinge aus Syrien oder anderen arabischen Ländern stehen auch entsprechende Dolmetscher bereit. Auf der Homepage der RLCC gibt es Informationen mittlerweile in 14 Sprachen, darunter auch Afrikaans und Swahili.

"Kerngeschäft ist bis heute das Asylverfahren."
Corinna Ujkasevic, Mitgründerin RLCC
Corinna
© DRadio Wissen | Sven Preger
Corinna Ujkasevic im Studio bei DRadio Wissen

Das Team um Corinna ist gewachsen - auf mehr als 230 Mitglieder. Bis heute hat die Refugee Law Clinic Cologne nach eigenen Angaben etwa knapp 300 Mandanten betreut. Alles ehrenamtlich. Ja, so schaffen wir das.