Dinge mögen kann ja jeder. Viel ehrlicher ist es doch, gemeinsam Dinge zu hassen: Tofu zum Beispiel. Oder Trump. Jedenfalls matcht dich die Dating-App "Hater" mit Leuten, die die selben Dinge hassen wie du.

"The first dating app that matches people on the things they hate!" In Troll- und Hater-Zeiten ist das vielleicht eine ganz clevere Idee: Wenn du Online-Dating ganz lustig findest, es sonst aber eine Menge Dinge gibt, die du abgrundtief hasst, dann könnte Hater genau das Richtige für dich sein.

Die App zeigt ungefähr 2000 Dinge an, die du bewerten kannst: Donald Trump, langsam spazieren gehen, Schamhaare im Abflusssieb und so weiter.

83 Likes, 7 Comments - Hater (@lovethroughhate) on Instagram: "Spotted in the wild..."
Spotted in the wild...

Ursprünglich war die App nur als Witz gedacht: Gründer Brendan Alper fand dann aber heraus, dass die Leute viel ehrlicher miteinander sprechen, wenn sie über Dinge reden, die sie gemeinsam hassen.

Hass verbindet. Oder nicht?

Allerdings: Wenn das Ziel eine feste Beziehung ist und nicht nur ein lockerer Kontakt, kann euch dann der gemeinsame Hass helfen? Sorgt gemeinsame Ablehnung für romantische Gefühle? Kann sie die Basis einer Beziehung sein?

Die amerikanische Sozialpsychologin Jennifer Bosson denkt, das kann funktionieren. In einem Interview mit der New York Times sagt sie: "Es geht nicht darum, dass wir es genießen, andere nicht zu mögen. Es geht darum, dass wir es genießen, andere Menschen zu treffen, die dieselben Menschen nicht mögen." Der Paartherapeut Oskar Holzberg schließt sich dieser Meinung nur teilweise an.

"Was man eigentlich sucht, sind die wirklich spürbaren positiv verbindenden Dinge. Und die lassen sich nicht darüber finden, dass wir in dieser Ablehnungs- und Hassemotion sind. Wir suchen ja weiche Gefühle, die sich aufeinander richten."
Paartherapeut Oskar Holzberg