Einen Kornkreis aus Blumensamen ansäen, von oben, mit einem Quadrocopter. Ist das Kunst? Netzbastel-Reporter Moritz Metz hat es jedenfalls ausprobiert, an einem historischen Ort.

Im Frühjahr sieht man ihre Blüte oft an öden Seitenstreifen, an kargen Baustellen oder auf sonst sehr penibelen Rasenflächen: Seedbombs, mit denen Guerilla-Gärtner seit den 70ern ihre Umwelt bunter machen. Die walnussgroßen Samenbomben lassen sich leicht selber kneten, aus Tonerde, Blumentopferde und Blumensamen, einfach nach Anleitung im Netz.

Das probieren wir selbst aus, dachte sich unser Bastel-Checker Moritz Metz - der aber nicht unser Bastel-Checker wäre, wenn er zu den Seedbombs nicht eine Zusatz-Challenge veordnet hätte: Die Sonnenblumen, Ringelblumen und Klatschmohn-Bomben sollen GPS-genau verteilt werden, von einer selbst erfundenen Abwurfeinrichtung, die montiert ist an einem Quadrocopter. Geseedbombt wird ein riesiger Kreis, auf einem menschenleeren Randstück des Tempelhofer Feld in Berlin, dem ehemaligen Flughafen, wo früher mal die alliierten Rosinenbomber landeten - und wo Modellflug vom Parkbetreiber geduldet wird.