Doom ist das Actionspiel schlechthin und hat in den 90ern für Skandale gesorgt, weil der Spieler zahllose Kreaturen aus der Hölle effektvoll vernichtet. Jetzt ist der vierte Teil erschienen. Blutiger, gruseliger und realistischer als je zuvor. Für große Aufregung wird dieses Spiel aber nicht mehr sorgen.

Doom ist ein Klassiker. Wer in den 90er Jahren am Computer gespielt hat, der hat mit Sicherheit auch mal Doom gezockt. Darum geht's: Als Space Marine rennt der Spieler durch düstere Korridore, in seinen Weg stellen sich Untote, Dämonen, diverse Horrorgestalten aus der Hölle. Mit einem umfangreichen Waffenarsenal löst der Spieler diese Probleme in blutroten Pixeln auf. Doom von der texanischen Firma id Software war nicht der erste 3D-Shooter. Aber er war mit Abstand der spannendste.

"Doom kennt jeder, selbst wenn er 85 ist und seinen Brei im Altersheim zu sich nimmt. Das ist natürlich das prototypische Actionspiel."

Aus heutiger Sicht ist das ziemlich albern, damals hat das Spielprinzip die Jugendschützer der Bundesstelle für die Prüfung jugendgefährdender Medien aufgebracht. Sie indizierten das Spiel im Jahr 1994 und begründeten unter anderem: "Die Tötungshandlungen werden mit blutig zerfetzten gegnerischen Körpern aufwendig dargestellt und akustisch untermalt." Der nun erschienene vierte Teil von Doom ist blutiger denn je. Er hat eine Freigabe ab 18 erhalten.

Eigentlich hat sich bei von von 1993 bis 2016 nicht viel geändert. Der Spieler zerlegt immer noch mit Kettensäge, Schrotflinte oder der Big Fucking Gun BFG seine Gegner. Während moderne Shooter aber viele neue Mechaniken eingeführt, der Spieler kann zum Beispiel schleichen oder sich verstecken, bleibt Doom irgendwie altmodisch. Das Spiel will ein Spielerlebnis wie von vor 10 oder 20 Jahren vermitteln.

"An sich ist es eine Mischung aus beidem: Es ist sowohl modern als auch altmodisch. Aber ich mag das, wenn man alte Spiele neu darstellt, wie es jetzt bei Doom der Fall ist."

"Doom ist sicherlich ein gutes oder sehr gutes Spiel", urteilt Jörg Langer von der Spieleseite Gamersglobal. So einen durchschlagenden Erfolg wie damals vor 23 Jahren dürfte dieser vierte Teil aber nicht feiern. Die Geek-Bloggerin Guddy erklärt: "Damals als Kind hatte das noch einen besonderen Reiz, weil es verboten war." Dieser Reiz wird beim neuen Doom ausbleiben. Aus dieser Hölle wird kein Skandal hervor kriechen.