Der Comedian und Satiriker Dieter Nuhr versucht sich an einem ganz neuen Minenfeld: Er hat eine Aufführung seines Stand-Up-Programms aufgezeichnet, die international bei Netflix laufen soll. Deutsche Stand-Up-Comedy mit englischen Untertiteln für einen internationalen Markt. Kann das funktionieren?

Es ist eine Premiere: Dieter Nuhr ist der erste deutsche Comedian, der extra für den Streamingdienst Netflix ein Stand-Up-Programm erstellt hat. Die Show "nuhr in Berlin" bekommt englische Untertitel und soll nicht nur deutsche Netflixer ansprechen: Dieter Nuhr greift den internationalen Markt via Netflix an.

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Für Dieter Nuhr ist das eine großartige Chance: "Eigentlich ist es blöd, dass mein Zeug, dass es nur auf Deutsch gibt, so eine Begrenzung hat." Dann hat er die Anfrage von Netflix bekommen, ein internationales Programm zu entwickeln, und da war er sofort begeistert. Zehn Sekunden habe er überlegt, dann hat er zugesagt. Jetzt entscheiden die Zuschauer in Kanada, England und überall auf der Welt, ob sie Nuhr in deutscher Sprache sehen wollen.

"Ich versuche Klischees zu vermeiden. Klischees werden in meinem Programm eher aufgebrochen als bestätigt."
Dieter Nuhr

Die Amerikaner haben einen Spruch, der den Humor der Deutschen angeht: "Germans don't do comedy, they do beer." Ob die Zuschauer in den USA also was mit den lustigen Dieter aus Deutschland etwas anfangen können, ist erstmal fraglich. "Ich glaube nicht, dass das Klischee noch so ist", sagt Nuhr. "Seit der WM 2006 weiß die ganze Welt, dass Deutschland ein Land ist, in dem gerne gefeiert wird."

Das Netflix-Nuhr-Programm

Und noch ein Problem gibt es für Dieter Nuhr: Sein Kabarett ist normalerweise aktuell, aber ein Thema, das heute spannend ist, interessiert nächste Woche schon kein Schwein mehr. Auf der anderen Seite stehen Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime auf Abruf bereit, ein Nuhr-Programm könnte also erst in vier Monaten angeguckt werden - uns muss dann immer noch funktionieren.

Die aktuellen Themen hat Nuhr also kurzerhand aus dem Programm geschmissen. Die bleiben dem klassischen Fernsehgucker vorbehalten.

"Das normale Fernsehen wird weiterhin seine Berechtigung haben. "
Dieter Nuhr