Vor 50 Jahren versprühten die US-Amerikaner erstmals das Entlaubungsmittel Agent Orange über Vietnam. Was sie nicht wussten oder in Kauf nahmen: Das Entlaubungsmittel war hochgradig mit dem später in die Schlagzeilen gekommenen Seveso-Gift verunreinigt. Bis heute fügt das Gift zigtausenden Menschen Leid zu.

Es war einer der schlimmsten Stellvertreterkriege während des Kalten Krieges zwischen dem kommunistischen Osten und dem kapitalistischen Westen. Eine Million südvietnamesische Soldaten waren gefallen, etwa zwei Millionen tote Zivilisten waren zu beklagen.

Die USA hatten an der Seite der Südvietnamesen bis zu 550.000 Soldaten im Einsatz. Als der Vietnamkrieg im Januar 1973 beendet wurde, hatten mehr als 58.000 amerikanische Soldaten ihr Leben verloren, knapp 305.000 waren verwundet, weitere mussten Amputationen über sich ergehen lassen oder waren erblindet.

So viel Agent Orange wie 20 olympische Schwimmbecken

Zu diesen Zahlen des Schreckens kamen noch Millionen Menschen, die mit einem Entlaubungsmittel in Kontakt gekommen waren, das von der amerikanischen Armee über den vietnamesischen Wäldern versprüht worden war. 45 Millionen Liter Agent Orange sollten die Wälder und Felder entlauben, um die geheimen Versorgungspfade der Vietkong durch den Dschungel freizulegen - so viel wie in 20 olympische Schwimmbecken passen.

Das verwendete Entlaubungsmittel war verunreinigt mit 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin, in Europa auch bekannt als "Seveso-Gift". Bis heute führt es in der Region zu Gesundheitsschäden. Etwa eine Million Menschen haben eine körperliche oder geistige Behinderung. Auch in der dritten Generation nach dem Vietnamkrieg werden noch Kinder mit schweren Fehlbildungen geboren.

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