Ausgang des Asylantrags ungewiss. Aber mit der Spielaufstellung sieht es gut aus. Die Mannschaft von Welcome United besteht nur aus Flüchtlingen und will bald in der Kreisliga antreten.

Ob er zum Saisonbeginn im Sommer noch dabei sein wird, weiß Trainer Hassan Juseinov nicht. Der Mazedonier hat wie viele aus seinem Team von Welcome United in Deutschland nur eine Duldung. Alle, die auf dem Platz des SV Babelsberg 03 trainieren, sind aus ihrem Heimatland geflohen, zum Beispiel aus Afghanistan, Kamerun, Nigeria, Syrien oder Somalia. Mit dabei sind Spieler aus der Jugendauswahl genauso wie Freizeitkicker. Alle haben eine Flüchtlingsgeschichte - von Tod, Bedrohung, Verlust -, die sie hier vergessen wollen: Wichtig ist auf’m Platz.

"Ok, spielen wir ein bisschen Fußball, dann sind die Probleme vergessen und dann hast du alles im Griff."
Hassan Juseinov, Trainer Welcome United

Den Namen hat sich das Team selbst gegeben. Die Botschaft ist klar: Alle sind willkommen. Entstanden ist das Projekt aus der Zusammenarbeit einer Fan-Initiative und einer örtlichen Flüchtlingsorganisation. Der Verein stellt das Stadion, für Trikots und Schuhe hatten die Fans gesammelt.

Keine Lust auf Rassismus

Der Einsatz des SV Babelsberg 03 ist kein Zufall. Der Viertligist zeigt eine klare Linie: keine rassistischen Sprüche im Stadion, kein Stammtisch-Rassismus, kein "Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen". So ist Welcome United auch nicht einfach eine Charity-Aktion, das Team gehört dazu.

"Es gibt Beispiele, wo dieses Problem verniedlicht wurde. Dieses 'Mein Gott, das ist halt Fußball', das ist Stammtisch-Rassismus gegen den man konsequent arbeiten muss."
Thoralf Höntze, SV Babelsberg 03

Dass sie es ernst meinen, beweisen Verein und Mannschaft auch mit dem Ziel, in den regulären Spielbetrieb einzusteigen. Im Sommer soll es losgehen, wenn die Spielerpässe da sind. Bisher ist das eine recht langwierige Angelegenheit, da immer geprüft wird, ob Spieler bei einem Profi-Verein im Heimatland gemeldet waren (In höheren Ligen und bei minderjährigen Spielern ist der Prozess noch komplizierter). Eine Lösung sei in Sicht, verspricht Thoralf Höntze vom SV Babelsberg 03 und auch vom Fußball-Landesverband kommt Unterstützung für eine schnelle Abwicklung.

Alle können mitmachen

Im Moment trainieren die Spieler unter sich. Das heißt einerseits: Alle können mitmachen - ganz unabhängig vom Level. Alberto Lulache wünscht sich andererseits aber noch mehr Kontakt zu deutschen Spielern. Er hatte es bereits bei einem anderen Verein in der Mannschaft versucht, es hat jedoch nicht geklappt. Woran es lag, kann er schwer erklären. Am fest eingespielten Team? An der Sprache? Er will einen Sprachkurs machen und es dann noch einmal versuchen.

Beim SV Babelsberg 03 gibt es gute Nachrichten für das Ziel, bald in der Kreisliga zu starten. Die Stadt Potsdam hat zugesagt, das Team finanziell zu unterstützen. Und auch fußballerisch hat das Team mit Siegen in den letzten Testspielen gut vorgelegt. Jetzt fehlen nur die Spielerpässe. Erst einmal.

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