Zlatan Ibrahimović hat seinen Verein Paris Saint-Germain vorzeitig zum französischen Meister gekickt - mal wieder. Der Schwede kann aber nicht nur Fußball: Er ist intelligent, traut sich was und hat nicht vergessen, wo er herkommt.

Schon acht Spieltage vor Saisonende steht fest, wer Meister in der französischen Fußballliga Ligue 1 wird - Paris Saint-Germain. Und das liegt an ihm: Zlatan Ibrahimović. Der 1,95 Meter große schwedische Stürmer hat seine Mannschaft seit 2012 jedes Jahr zur Meisterschaft geschossen und war dabei fast jedes Jahr auch Torschützenkönig. Nun denkt er über einen Wechsel nach.

"Größer als jeder Verein"

Wo auch immer Zlatan Ibrahimović in der nächsten Saison spielen wird - es wird nicht nur um Fußball gehen: "Er ist ein hervorragender Fußballer, wäre sicher aber auch ein hervorragender Showmaster oder Darsteller in Karatefilmen geworden", sagt Dirk Gieselmann vom Fußballmagazin 11 Freunde. Er hat den Schweden vor einigen Jahren für ein Porträt interviewt und weiß: In der wenigen Zeit, die Zlatan Ibrahimović Pressevertretern zugesteht, wird es eines ganz bestimmt nicht: langweilig. "Zlatan hat eine Menge zu erzählen und traut sich das auch", sagt Dirk Gieselmann. "Zlatan ist größer als jeder Verein oder Pressesprecher und sagt, was ihm in den Kopf kommt. Deswegen passiert auch in 20 Minuten eine Menge."

"20 Minuten mit Zlatan sind ergiebiger als zwei Jahre mit Philipp Lahm. Zlatan predigt mehr als dass er Interviews gibt."
11-Freunde-Redakteur Dirk Gieselmann durfte Zlatan 20 Minuten lang interviewen

Der 11-Freunde-Redakteur vergleicht Ibrahimović mit Fußballer-Typen, wie es sie in den 1980er Jahren noch gegeben habe: Horst Hrubesch oder Dieter Hoeneß zum Beispiel. "Leute, die dahin gegangen sind, wo's weh tut, sportlich und verbal." Anders als heutige "Interviewautomaten wie Philipp Lahm", sagt Dirk Gieselmann. Ein Fest für alle Fußballfans, die sich daran erfreuen, dass es da "jemanden gibt, der gut kicken kann und nebenbei auch noch für Show sorgt".

<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="en" dir="ltr">Yes <a href="https://twitter.com/Tom_J_Webster">@Tom_J_Webster</a>. Zlatan is just a human. The same way a great white shark is just a fish. <a href="https://twitter.com/hashtag/DareToZlatan?src=hash">#DareToZlatan</a></p>&mdash; Zlatan Ibrahimović (@Ibra_official) <a href="https://twitter.com/Ibra_official/status/443042367256281090">10. März 2014</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Zlatan Ibrahimović haut gerne mal einen raus - das hat auch Dirk Gieselmann zu spüren bekommen: Zum Einstieg ins Interview habe der Fußballstar ihn gefragt, ob er Finne sei, "was, glaube ich, aus Sicht eines Schweden eine Beleidigung ist". Damit waren die Rollen klar: "Er der große Schwede, ich der kleine Finne - danach war er dann ganz nett." Auch das Interview nutzte der schwedische Fußballer dann vor allem zur Selbstdarstellung, erzählt Dirk Gieselmann. Ihn als reinen Sprücheklopfer zu bezeichnen, greife allerdings zu kurz: "Er ist sehr intelligent und er weiß um die Wirkung seiner Gedanken."

"Zlatan weiß um seine Wirkung. Das macht ihn mit Sicherheit schöner als er in Wirklichkeit ist."
Dirk Gieselmann über Zlatan und dessen Selbstbewusstsein

Millionär mit sozialer Ader

Und noch etwas schätzt Dirk Gieselmann an Zlatan Ibrahimović: "Er hat nicht vergessen, woher er kommt." Als kleiner Junge, der - von den Eltern vernachlässigt - in einem kriminellen Milieu aufgewachsen sei, soll er Fahrräder geklaut haben, um zum Training seines Jugendvereins zu kommen. Seine schwierige Kindheit als Sohn von Einwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien habe Zlatan Ibrahimović noch in Erinnerung. "Deswegen ist er spendabel denen gegenüber, die nicht so viel haben wie er", sagt Dirk Gieselmann. So wie 2014, als der Fußballer dem schwedischen Nationalteam der geistig Behinderten die Reise zur WM finanziert haben soll.