Her mit dem Glück! Wir alle wollen es, wir alle brauchen es, aber manchmal ist es schwer zu bekommen. Glücksministerin Gina Schöler erklärt uns, wie man Glück finden und halten kann. Glück kann nämlich erarbeitet werden - das ist kreativ, macht Spaß und kommt ohne esoterisches Geschwurbel aus. Ganz im Sinne ihres Ministeriums für Glück und Wohlbefinden.

Eine Redaktionskonferenz mit Sven Preger.

Finanzen, Verkehr, Gesundheit. Klar, das ist alles wichtig. Aber wo bleibt das Glück? Das haben sich im November 2012 auch Gina Schöler und Daniel Clarens gefragt und recht bald eine Antwort gefunden: Deutschland braucht ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden! Die Idee war geboren, das Ministerium schnell gegründet, ein Universitätsprojekt der zwei Studenten. Mit der Kampagne für mehr Glück haben sie ihren Abschluss an der Hochschule Mannheim gemacht. Gina arbeitet längst als Kommunikationsdesignerin, Glücksministerin ist sie aber immer noch.

Glück auf politischer Ebene

Eigentlich ist das Glücksministerium eine freundliche Provokation: Gina will mit dem Ministerium alle Bürger und auch die Politiker dazu mobilisieren, über das Thema nachzudenken. Und das hat funktioniert. Die Enquete Kommission für Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität hat sich für das Glück interessiert, auch mit Claudia Roth hat Gina in ihrer selbst gegebenen Funktion als Ministerin gesprochen. Wolfgang Schäuble hat das Ganze eher kritisch gesehen und war nicht ganz so begeistert, Angela Merkel hat das vermeintliche Kabinettsmitglied ignoriert.

"Es geht nicht um eine Zwangsbeglückung, keine Diktatur des Glücks."

So sucht das Ministerium für Glück und Wohlstand nach Ideen, das Bruttonationalglück zu steigern. Klingt erstmal absurd, wird in anderen Staaten aber auch so gemacht. In Bhutan zum Beispiel. Dort messen die Beamten des Ministeriums für Glück die Zufriedenheit der Bevölkerung, schon 1979 ging das auf Geheiß des Königs los. Heute ist das Streben nach Glück in der Verfassung festgeschrieben: "Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttoinlandsglück ermöglichen."

Ganz konkret, ohne Esoterik

Auch Gina mag es konkret und hat kein Interesse an Esoterik, Glück entsteht nicht durch Kleeblätter, Regenbögen und positive Schwingungen. Ihre Philosophie dahinter ist eher, dass die politische Ebene bei den Bürgern nachfragen muss, um dann die Rahmenbedingungen für ein glückliches Leben zu setzen mit allem Drum und Dran. Und dann sind wir Glücksbürger an der Reihe. Denn: "Glück ist Wohlbefinden, dessen man sich bewusst ist."