In New York gibt's jetzt einen Burger ohne Fleisch, der schmecken soll wie einer mit Fleisch. Es gibt ihn sogar in der Variante "blutig". Unser Reporter Thomas Reintjes ist überzeugter Vegetarier und hat ihn für uns probiert.

Vegetarische Ernährung ist für viele kein Problem mehr. Aber trotzdem schleicht er sich gelegentlich an: der Hunger auf die Konsistenz und den Geschmack von Fleisch - auf einen richtigen, ordentlichen Burger, zum Beispiel. Eine amerikanische Firma glaubt jetzt, die Lösung gefunden zu haben: Sie hat den "Impossible Burger" in den USA auf den Markt gebracht. Der schmeckt wie Fleisch, ist aber vegetarisch.

Zwei vegetarische Burgerbuletten in der Pfanne
© DRadio Wissen | Thomas Reintjes
Hier brutzelt der Fleischersatz

Zwar wird es noch eine Weile dauern, bis der Burger auch hier in Deutschland zu haben ist, aber unser Reporter Thomas Reintjes hat sich schon mal einen in New York bestellt. Auf Empfehlung des Küchenchefs "medium-well-done" gebraten.

"Als Vegetarier bin ich ja schon seit Jahren auf der Suche nach dem weltbesten Veggieburger."
Reporter Thomas Reintjes hat seit über 20 Jahren kein Fleisch mehr gegesssen

Die Entwicklung des Burgers und seine "magische" Komponente

Gründer und Chef der Herstellerfirma ist Pat Brown, der 25 Jahre lang als Biochemiker an der Uni Stanford geforscht hat. Vor sechs Jahren nahm er sich eine Auszeit. Geplant waren nur ein paar Monate, aber dann beschloss er, einen Ersatz für Tiere in der Nahrungsmittelproduktion zu suchen. Er verließ die Uni, gründete seine Firma und erforschte, was genau dafür sorgt, dass Fleisch nach Fleisch schmeckt. Er fand heraus: Häm spielt dabei die wesentliche Rolle.

Gründer und Chef von Impossible Foods Pat Brown
© DRadio Wissen | Thomas Reintjes
Pat Brown ist der Erfinder des "Wunderburgers"

Häm ist das rote eisenhaltige Molekül, das den Sauerstoff in unserem Blut transportiert. Es gibt Fleisch seine rote Farbe. Und es ist die "magische" Komponente für den Geschmack. Häm reagiert mit Nährstoffen und sorgt - nach Firmengründer Pat - so für eine Geschmacksexplosion. Also hat er eine vegetarische Hämvariante für den Burger gebastelt, die in Hefezellen produziert wird - in einer Hefe, die belgischer Bierhefe ähneln. Für den Burger mischt er es mit Proteinen aus Weizen und Kartoffeln. Dazu kommen Kokosnuss- und Sojaöl-Flocken.

Wie der Burger schmeckt

Reporter und Vegetarier Thomas beschreibt den Geschmack so:

  • Der Burger ist lecker und geschmacklich anders als ein Veggieburger.
  • Auf jeden Fall zu schmecken ist eine braune Kruste, die an gebratene Frikadelle erinnert.
  • Einen Gedanken wie "Endlich wieder Fleisch!", kann Thomas bei sich aber nicht feststellen.
"Also, ich entschuldige mich schon mal für die Schmatz-Geräusche. Im Radio essen, das sollte man eigentlich nicht machen."
Reporter Thomas, der Burgertest und das Radio

Andere Gäste, die keine Vegetarier sind und damit in die Zielgruppe der Hersteller gehören, kommen zu diesen Schlüssen:

  • Der Burger ist lecker, schmeckt aber nicht wie ein klassischer Burger mit Rind findet ein Gast. Die Assoziation mit Fleisch sei trotzdem vorhanden.
  • Ein anderer Gast schließt dagegen nicht aus, dass er den Burger auf einer Grillparty für Fleisch gehalten hätte.

Bis der Burger hier zu haben sein wird, dauert es noch ein Weilchen. Bis dahin bleiben die bekannten Lösungen mit allem, aus dem ein Veggieburger gemacht werden kann. Außer Fleisch natürlich.