+++ Tsipras in Moskau: Was will Putin? +++ Prozess in Wien: Facebook vor Gericht +++ Kurt Cobain: Smells like Jahrestag +++ Reparationsforderungen: Kommt jetzt der Griechen-Soli? +++ Alles, was heute wichtig ist! +++

Daniel Stender ·

Hello, hello, hello, hello... äh. Guten Morgen. Am Mikrofon: Marlis Schaum, Reporterin Anna Kohn ist auch dabei. Und diese Zeilen tippt Daniel Stender. Und der freut sich schon auf die Doku über Kurt Cobain. Und auf das Gespräch, das wir nachher dazu im Programm haben.

Daniel Stender ·

Zeitreise I: Irgendwann heute fiel vor 150 Jahren der letzte Schuss im amerikanischen Bürgerkrieg. Der Norden hatte gewonnen, die Sklaverei wurde abgeschafft. So weit, so lang her. Noch immer gibt es Unterschiede zwischen Nord und Süd. Zum Beispiel seien die Menschen im Süden religiöser, erklärt Korrespondent Jan Bösche. Der Bürgerkrieg ist für viele Amerikaner ein wichtiges Ereignis, rund um den Jahrestag werden historische Schlachten nachgestellt. Trotzdem: "Man kann das nicht über einen Kamm scheren", sagt Korrespondent Jan Bösche. Gerade durch den Zuzug vieler Latinos habe sich der Süden der USA in den letzten Jahren verändert.

Jan Bösche, Korrespondent
"Im Süden gehen die Leute mehr in die Kirche. Es sind auch mehr Menschen gegen die Homo-Ehe."
Daniel Stender ·

Zeitreise II: Kaum eine Band war so prägend für den Sound der 90er wie Nirvana. Die Doku "Montage of Heck" zeigt nun das Leben von Nirvana-Sänger Kurt Cobain. Es soll die "intimste Rock-Dokumentation aller Zeiten" sein, sagt der Rolling Stone. Der Film zeige bislang unbekanntes Material über Kurt Cobain. "Man sieht Videoaufnahmen von Kurt Cobain als Kind und Interviews mit seiner Mutter", erklärt Reporterin Anna Kohn. Und natürlich geht es auch um Musik, Musik, Musik.

Anna Kohn, DRadio-Wissen-Reporterin
"Als Baby war Kurt Cobain ganz süß, der hatte so niedliche blonde Locken."
Daniel Stender ·

Kurzes Nachrichten-Update: CNN berichtet, dass Hacker es im letzten Herbst bis ins Weiße Haus geschafft haben. Nach Angaben eines Sicherheitsberaters der US-Regierung waren das Außenministerium und das Weiße Haus betroffen. Ganz so schlimm war die Attacke angeblich nicht - denn die Netzwerke der US-Regierung haben verschiedene Geheimhaltungsstufen. Betroffen waren wohl nur die nicht ganz so geheimen Informationen. Zum Beispiel der Terminkalender von US-Präsident Obama. Laut CNN kamen die Computer-Attacken aus Russland, im Weißen Haus wollte man das bislang nicht bestätigen.

Mehr Nachrichten findet Ihr hier.

Symbolbild eines Hackers der vermummt mit LapTop auf einem Stuhl sitzt.
Anne Tepper, Nachrichtenredaktion DRadio Wissen
"Das US-Tafelsilber haben die Hacker nicht mitgenommen."
Daniel Stender ·

Wenn sich heute Alexis Tsipras in Moskau mit Wladimir Putin trifft, dann geht es um griechische Erdbeeren und Pfirsiche. Auch um russisches Gas. Und natürlich um Symbolpolitik."Putin will zeigen, dass er nicht isoliert ist", erklärt Korrespondentin Gesine Dornblüth. In den nächsten Wochen müssen die Sanktionen, die die EU wegen der Ukraine-Politik gegen Russland verhängt hat, verlängert werden - "und dafür muss in der EU Einstimmigkeit herrschen", so Dornblüth. Allerdings, sie macht den Griechen wenig Hoffnung auf einen Kredit der Russen. "Russland steckt selbst in einer Wirtschaftskrise", sagt Gesine Dornblüth.

Gesine Dornblüth, Korrespondentin
"Was will Putin? Putin will zeigen, dass die Eurozone nicht einig ist."
Daniel Stender ·

Jeder Trend braucht einen Mutigen, der ihn beendet. Selfies zum Beispiel sind echt sooo 2014. Findet Prinz Harry, hier der Beweis:

Daniel Stender ·

Twitter? Ist nichts für Gelaber. Schließlich passen in einen Tweet nur ... 140 Zeichen. Wäre das hier ein Tweet, dann wäre genau jetzt Schluss. Das soll anders werden: "Twitter verabschiedet sich Schritt für Schritt von den dogmatischen 140-Zeichen", sagt Netzjournalist Andreas Noll. Bald kann man den Tweet eines anderen zitieren, der maximal 116 Zeichen haben darf. Warum machen die das? "Dadurch soll die Interaktivität zwischen den Nutzern gesteigert werden - und damit die Verweildauer auf der Plattform", erklärt Andreas Noll.

Das Twitter-Logo
© dpa
Andreas Noll, Netzjournalist
"Twitter wächst nicht so schnell, wie es sich die Beobachter an der Börse erhofft haben."
Daniel Stender ·

Kurzes Nachrichten-Update: Im US-Bundesstaat South Carolina ist ein weißer Polizist wegen Mordes angeklagt worden. Er hatte am Samstag tödliche Schüsse auf einen Afroamerikaner abgefeuert. Die New York Times hat nun ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie der Polizist dem fliehenden Mann in den Rücken schießt.

Daniel Stender ·

Das Wiener Landgericht soll klären, ob Facebook mit Nutzer-Daten verantwortungsvoll umgeht. "Getragen wird die Klage von acht Klägern aus Deutschland, Österreich und Indien", erklärt Netzjournalist Andreas Noll. Mit dabei ist der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems. Die Kläger wollen einen symbolischen Schadenersatz von 500 Euro pro Person. Klingt wenig, aber falls sich Tausende Nutzer der Klage anschließen, könnte es für Facebook teuer werden. Das US-Unternehmen bestreitet, dass das österreichische Gericht zuständig ist. "Das Gericht muss erst einmal überzeugt werden, den Prozess zu eröffnen", sagt Andreas Noll. Dieser Tipp der EU-Kommission gilt natürlich immer noch: "Wer nicht ausspioniert werden will, sollte Facebook verlassen."

"Europe vs. Facebook"-Initiator Max Schrems.
© dpa
Andreas Noll, Netzjournalist
"Facebook sagt natürlich: Wir halten uns an die europäischen Datenschutzrichtlinien."
Daniel Stender ·

278.000.000.000. So hoch beziffert der griechische Vize-Finanzminister die Summe, die Deutschland für Griechenland aufbringen müsste. Als Reparationen für einen NS-Zwangskredit und für NS-Verbrechen in Griechenland. Die Diskussion ist moralisch und juristisch kompliziert. Aber davon abgesehen: "Deutschland hat keine Rücklagen", erklärt die Statistikerin Katharina Schüller.

Hier alle Zahlen zum Thema:

  • Deutschland hat bis 2011 ca. 70 Milliarden Euro Wiedergutmachung geleistet.
  • Davon 115 Millionen Euro an Griechenland.
  • Das ausgewiesene Vermögen des Bundes beträgt 231 Milliarden Euro.
  • Würde Deutschland 278 Milliarden Euro an Griechenland zahlen, würde die Schuldenquote auf 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.
  • Die Bonität Deutschlands würde herabgestuft werden.
  • Ein "Griechen-Soli" würde jeden steuerpflichtigen Deutschen knapp 7.000 Euro kosten.
die griechische Flagge wird gehisst. Im Hintergrund: Die Akropolis
© dpa
"Man könnte die Mehrwertsteuer erhöhen. Griechischer Joghurt würde zwei Cent mehr kosten. Eine Flasche Ouzo wäre 15 Cent teurer."
Daniel Stender ·

Heute Abend spielt die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegen Brasilien. Das Spiel findet zwar in Fürth statt, aber es könnte trotzdem kein Heimspiel werden, denn im deutschen Team gibt es viele Verletzte. Zum Beispiel fällt die Weltfussballerin Nadine Keßler fällt. Bastian Rudde aus der Sportredaktion gibt Entwarnung: "Die Verletzungen wirken auf den ersten Blick größer als sie sind." Brasilien ist kein leichter Gegner, betont Trainerin Silvia Neid: "Es nützt uns nichts, wenn wir gegen schwache Gegner 5:0 gewinnen. Und uns dann auf die Schulter klopfen." Am 6. Juni startet die WM in Kanada.

Bastian Rudde, Sportredaktion Deutschlandradio
"Favorit der Frauen-Fußball-WM ist Deutschland."
Daniel Stender ·

Und das war Schaum oder Haase. Der Mittwochmorgen mit Marlis am Mikrofon. Reporterin im Studio war Anna Kohn. Das Liveblog kam von Daniel Stender, klar. Bis morgen!