PMSG ist ein Hormon, das im Blutserum trächtiger Stuten vorkommt. Es wird in der Schweinezucht verwendet. Für die Stuten eine qualvolle Prozedur.

Um die Massenproduktion von Schweinefleisch noch wirtschaftlicher zu gestalten, bekommen Sauen das Hormon PMSG. Das sorgt dafür, dass sie nach einem Wurf schneller wieder trächtig werden können. Außerdem lassen sich so die Würfe synchronisieren. Das heißt: die Sauen in einem Zuchtbetrieb werfen zeitgleich. Für die Landwirte hat das den Vorteil, dass sie größere Gruppen gleichaltriger Ferkel verkaufen oder schlachten können.

Gewonnen wird das Hormon PMSG aus dem Blut trächtiger Stuten. Wie das vonstatten geht, hat jetzt die Organisation Animal Welfare Foundation aufgedeckt. In Südamerika werden dazu wild lebenden Pferde von Gauchos zunächst in Pferche getrieben. Von dort werden sie in Treibgänge geprügelt an deren Ende eine Fixierbox ist. Weil die Tiere nicht an den Umgang mit Menschen gewohnt sind, werden sie dort fest angebunden.

"Die Kanüle ist so groß und so massiv, dass innerhalb von 10 Minuten etwa 10 Liter Blut fließen."
York von Ditfurth war für die Animal Welfare Foundation vor Ort in Südamerika

Es gibt synthetische Alternativen

Für die Stuten ist die Blutentnahme durch die Prügelei nicht nur traumatisch, sondern auch gesundheitsgefährdend. Denn zehn Liter Blut entsprechen bei den kleinen Wildpferden in etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge. Viele Stuten brechen nach der Prozedur entkräftet zusammen und werden ohne tierärztliche Versorgung sich selbst überlassen. Dabei gibt es zumindest für die Schweinezucht durchaus synthetische Alternativen auf dem Markt.

"Das synthetische Produkt macht dasselbe, wir vermuten, dass die Marge für die Veterinäre nicht die identische ist, deshalb wird es auf dem Markt schlecht geredet."
York von Ditfurth, Tierschützer

Eine gesetzliche Regelung, die den Import des Präparates verbietet, gibt es nicht. PGSM gilt als tierisches Nebenprodukt und für tierische Nebenprodukte gibt es EU-Richtlinien. Auch bei der Organisation, die für den weltweiten Tierschutz zuständig ist, gibt es dazu keine Regelung. Dort ist nur festgelegt, wie mit Tieren bei Schlachtung, Haltung und Transport umgegangen werden soll.

"Es ist eine Grauzone. Da wird seit 30 Jahren sehr viel Geld verdient. Alleine die Firma Syntex hat im letzten Jahr 30 Millionen Umsatz gemacht."
York von Ditfurth, Tierschützer

Filmaufnahmen der Animal Welfare Foundation

Achtung: Gewaltszenen

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