Was mit Autos funktioniert, klappt vielleicht auch mit Flugzeugen. Bei der Mitflugzentrale Wingly können Privatpiloten ihre freien Plätze anbieten. Wir gehen an Bord.

Auf der Onlineplattform von Wingly können sich Hobbypiloten registrieren und ihre Flüge anbieten. Wer mit fliegen will, kann sich dort auch anmelden. Unser Reporter Hendrik Efert ist bei Sven Schwiegelshohn mitgeflogen.

Fliegerei ist ein kostspieliges Hobby

Sven ist Privatpilot in Berlin. Über Wingly kann er ein paar Euro für sein relativ kostspieliges Hobby wieder reinholen. Für 90 Minuten über Berlin bedeutet das: Sven chartert eine Cessna für insgesamt 200 Euro - inklusive Kerosin. Geteilt durch die vier Plätze in der Maschine, zahlt jeder Passagier 50 Euro. Wenn nicht alle Plätze besetzt sind, zahlt Sven eben mehr.

Wingly ist eigentlich ein französisches Start-up mit Sitz in Paris. Zu den drei Gründern gehört auch der 21-jährige Lars Klein aus Deutschland. Noch verdienen sie kein Geld mit der Mitflugzentrale, aber ab Sommer soll sich das ändern. Eine Sitzplatzprovision von maximal zehn Prozent soll den Gewinn bringen. Damit würde ein Passagier statt 50 Euro etwa 54 Euro oder 55 Euro zahlen.

"Das ist schön, dass es in diesem großen Stil aufgezogen wurde, das haste sonst nur im privaten Rahmen mal selber gemacht oder mal bei Facebook annonciert."
Sven Schwiegelshohn ist Privatpilot

Eine wahre Konkurrenz zu großen Airlines, Bus und Bahn oder den Mitfahrzentralen ist Wingly bisher nicht. Aber wenn es nach Lars Klein von Wingly geht, sollen später auch mal mehr Streckenflüge von A nach B angeboten werden. Das wäre vor allem für Geschäftsreisende interessant, allerdings nur, wenn Wingly auch Planungssicherheit anbieten könnte.

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Aktuell müssen Flüge bei schlechtem Wetter abgesagt werden. Um bei jedem Wetter fliegen zu können, müssten mehr Piloten auf Instrumentenflugregelung arbeiten.

"Wem übel wird, sagt frühzeitig bescheid, gefrühstückt habt ihr hoffentlich? Gut, das ist wichtig, wie beim Segeln immer watt im Magen haben sonst is doof. Jetzt schnallen wir uns an."
Pilot Sven Schwiegelshohn mit letzten Anweisungen vor dem Start