Im Frühling beginnt die Brutsaison, deshalb gehen viele Vögel jetzt schon mal auf Nistplatzsuche. Das Problem: Es gibt immer weniger natürliche Bruthöhlen. Deshalb zeigen wir euch, wie ihr einen Nistkasten für Meisen bauen könnt.

Meisen sind Höhlenbrüter, das heißt, sie brüten ihre Eier in hohlen Bäumen, Mauerlöchern oder Erdhöhlen aus. Oder sie bauen sich eigene kleine Höhlen. Allerdings sind solche natürlichen Nistplätze immer schwieriger zu finden - unter anderem, weil es weniger Grünflächen gibt oder weil alte Bäume mit Hohlräumen häufiger gefällt werden. Deshalb schlagen Natur- und Vogelschützer vor, Nistkästen aufzuhängen, damit Vögel ihre Küken dort in Ruhe schlüpfen lassen können.

Einfache Anleitungen im Netz

Auf den Websites von Naturschutzorganisationen wie dem BUND oder NABU gibt es zig verschiedene Anleitungen für Nistkästen. DRadio-Wissen-Netzbastlerin Rahel Klein hat sich eine Anleitung für einen Meisenkasten vom NABU rausgesucht.

Dafür braucht ihr:

  • etwa 2 cm dickes, unbehandeltes Holzbrett (Fichtenplatten gibt es günstig im Baumarkt, Sperrholz ist nicht geeignet)
  • Nägel oder Schrauben
  • ein Schraubhaken, zwei Ösenschrauben
  • Dachpappe
  • wahlweise Holzöl (zum Beispiel auf Leinölbasis) oder umweltfreundliche Farbe
  • Ein Stückchen ummantelten Draht

Im Baumarkt hat sich Rahel das Holz für die einzelnen Bauteile kostenlos zurechtschneiden lassen, ihr könnt aber auch eine Stichsäge nehmen. Die Maße sehen folgendermaßen aus:

In die Vorderseite kommt das Einflugloch. Bei Blau- oder Haubenmeisen sollte das Loch einen Durchmesser von 26 bis 28 Millimeter haben. Kohlmeisen brauchen ein etwas größeres Loch, ungefähr 32 Millimeter. In den Boden bohrt Rahel vier kleine Löcher hinein, damit eventuelle Feuchtigkeit aus dem Kasten raus kann. Dann werden die Rückwand und die beiden Seitenteile an den Boden genagelt.

Die Vorderseite wird oben mit zwei Nägeln fixiert - unten bleibt der Kasten offen. Die Nägel dienen also als Scharnier. Am Ende kommt das Dach drauf. Beim Dachdecker hat Rahel sich als zusätzlichen Schutz ein Stückchen Teerpappe besorgt. Wer das nicht will, kann die auch weg lassen, sollte statt Fichtenholz dann aber Holz verwenden, das nicht so schnell verwittert, zum Beispiel Lärche.

Sitzstange? Überflüssig!

Auf der Vorderseite dient eine Winkelschraube (Schraubhaken) am unteren Ende als Verschluss, damit der Kasten jederzeit geöffnet werden kann. An die Seiten schraubt Rahel jeweils eine kleine Ösenschraube, mit Hilfe eines Drahtbügels kann der Nistkasten dann später an einen Baum gehängt werden, ohne dass ihr Nägel in den Stamm hämmern müsst. Eine Sitzstange für die Vögel ist völlig überflüssig, zieht im Zweifel nur Nesträuber an, sagt Netzbastlerin Rahel.

Wenn ihr wollt, könnt ihr euren Kasten in natürlichen Tönen anstreichen - aber nur die Außenseiten. Der Nistkasten sollte in zwei bis drei Metern Höhe aufgehängt werden. Ganz wichtig: Nie nach hinten, sondern immer ein Stückchen nach vorne geneigt aufhängen, damit es nicht reinregnen kann, sagt Rahel.

Spätestens Ende Februar, also vor der Brutsaison sollte der Kasten aufgehängt werden. Am besten auch früher. Denn im Winter dient der Kasten auch gerne als Quartier für Vögel, Mäuse oder Insekten. Außerdem haben Vögel dann mehr Zeit, sich einen Nistplatz auszusuchen.

Im Spätsommer sauber machen

Wenn ihr den Nistkasten aufhängt, ist auch die Umgebung wichtig: In der Nähe sollte es Bäume oder Wiesen geben, damit die Vögel auch genug Nahrung sammeln können. Meisen brüten zwischen April und Anfang August. In einer Brut legen sie bis zu 14 Eier. Die werden 13-15 Tage gebrütet, danach dauert es noch mal 16-18 Tage, bis die Vögel das Nest verlassen.

Am besten macht ihr den Nistkasten im Spätsommer sauber, sagt Rahel. Einfach das Nest rausnehmen, eventuellen Schmutz mit einer Bürste oder Wasser entfernen und dann können die nächsten Bewohner im Winter kommen.