Klingt nach Wunderpflanze. Pflanzen, die Böden von Schwermetallen reinigen. Und nicht nur das, die Metalle lassen sich anschließend auch noch ernten. Die Pflanzenphysiologin Ute Krämer erklärt Phytomining.

Wunderpflanzen sind es nicht, sagt Ute Krämer, Pflanzenphysiologin an der Ruhr-Universität Bochum. Jede Pflanze kann Nährstoffe aus dem Boden ziehen - das ist lebensnotwendig. Aber es gibt Pflanzen, die diese Fähigkeit im Laufe der Evolution abgewandelt haben.

Hyperakkumulation: Schwermetalle aus Böden ziehen

Dazu gehören rund 500 Pflanzen, zum Beispiel die Hallersche Schaumkresse. Diese Gruppe sogenannter Hyperakkumulatoren können extrem hohe Konzentrationen von giftigen Schwermetallen aufnehmen. Aufgrund der Akkumulation eigentlich schädlicher Stoffe können sie zum Beispiel Fressfeinde abwehren.

Diese Pflanzen haben auch für den Menschen einen großen Nutzen. Denn sie können verunreinigte Böden reinigen, indem sie zum Beispiel Nickel, Kadmium oder auch Zink aus dem Erdreich heraussaugen und speichern. Das bedeutet in nächsten Schritt, dass die Metalle aus den Pflanzen gewonnen werden können. Dafür werden die oberirdischen Pflanzenteile verbrannt. "Man kommt auf knapp 20 Prozent Metallgehalt in der Asche", sagt Ute Krämer.

"Mehr Forschung wird sich lohnen, wenn der Preis für Zink und andere Metalle steigen wird."

Phytomining nennt sich das und könnte ein lukratives Geschäft sein. Für die Gewinnung von Nickel gibt es bereits eine funktionierende Technologie, um das Metall aus Pflanzen zu gewinnen. Doch dieses Verfahren liegt zurzeit brach.

Die Firma, die das Patent daran hält, nutzt die Technologie nicht. "Vermutlich ist der Preis für Nickel zurzeit zu niedrig", sagt Ute Krämer. Steigen also die Preise, könnte Phytomining auch wirtschaftlich interessant sein. Für Wissenschaftler wie Ute Krämer sind die Hyperakkumulatoren aber auch schon jetzt äußerst interessant.

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