Die Virtual-Reality-Brille aus Pappe wurde auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellt: Alle Teilnehmer bekamen eine Bausatz aus Pappe. DRadio-Wissen-Autor Michael Böddeker hat nicht lange auf den Bausatz gewartet, sondern sich die Anleitung im Netz heruntergeladen und zu Hause ein bisschen gebastelt.

Für das Gestell aus Pappe hat Michael einen alten Umzugskarton zerlegt. Einzig die Linsen für die Brille hat nicht jeder zu Hause, aber auch die lassen sich im Internet für zehn Euro bestellen. Im Grunde genommen sind es zwei Lupen, die in Pappbrille gesteckt werden. Vor die Linsen wird dann das Smartphone montiert. Für die Virtual-Reality-Brille hat Google bereits Apps entwickelt wie einen Rundgang in einem Museum. Michael hat aber auch andere Anwendungen getestet wie Google Earth oder hat sich Youtube-Videos angesehen.

"Damit man diesen 3D-Effekt bekommt, braucht man je ein Bild für das linke Auge und eins für das rechte. Diese Bilder berechnet das Smartphone. Wenn man sich dann diese Brille vor die Augen hält und durch die Linsen auf den Bildschirm des Smartphones schaut, dann entsteht der Eindruck von einer virtuellen Realität."
Michael Böddeker, DRadio-Wissen-Autor

Allerdings hat Michael auch ein paar Nachteile entdeckt: Die Brille ist nicht bequem, das könnte aber auch an der Pappe liegen, die er gewählt hat. Die Auflösung ist nicht so gut wie bei den High-Tech-VR-Brillen und der Augenabstand lässt sich nicht variabel einstellen. Das lässt sich bei anderen VR-Brillen bequem bewerkstelligen. Im Übrigen ist die Idee, aus einem Smartphone eine VR-Brille zu basteln nicht neu. Dabei ist der Bausatz dann nicht aus Pappe, sondern aus Plastik.

"Wenn man einfach mal Virtual Reality ausprobieren möchte, dann ist das eine nette Möglichkeit."
Michael Böddeker, DRadio-Wissen-Autor

Micheal verspricht sich auch spannende Entwicklungen dadurch, dass Google ein Software Development Kit frei zu Verfügung gestellt hat. Damit kann jeder, der es kann und Interesse hat, neue Apps für die Papp-VR-Brille entwickeln.