1887 lässt sich Nellie Bly undercover in eine Irrenanstalt für Frauen einweisen. Darüber berichtet sie dann für die Zeitung "New York World". Ihre Reportage macht Nellie Bly berühmt - und ändert die Zustände in der Psychiatrie.

New York im Jahr 1887 - Migranten aus Europa strömen in die Stadt. Iren, Italiener, Deutsche - sie alle hoffen auf ein besseres Leben. Und die Stadt: die wächst und wächst. Die Zeitungsbranche boomt. Zeitungen sind die wichtigste Quelle für Informationen. Joseph Pulitzer ist Verleger der New York World und weiß, dass er den Konkurrenzkampf um die Massen nur gewinnen kann, wenn er auf Sensationen setzt.

Jung und ehrgeizig

Nellie Bly - oder Elizabeth Cochrane, wie sie eigentlich heißt - ist eine hübsche Frau, zierlich, 23 Jahre alt, mit schmalem Gesicht und hochgesteckten Haaren. Sie kommt aus Pittsburgh, wo sie bereits für eine Zeitung geschrieben hat. Jetzt will sie in New York Karriere machen. Und sie ist bereit, dafür ziemlich viel zu riskieren.

Ihr erster Auftrag: Sie soll verdeckt in der berüchtigten New Yorker Irrenanstalt für Frauen recherchieren – im "Lunatic Asylum" auf Blackwell’s Island. Es gelingt ihr, die Ärzte zu täuschen und dort als Patientin eingewiesen zu werden.

"Ich bin niemals in meinem Leben zuvor in der Nähe von Geisteskranken gewesen und hatte nicht den Schimmer einer Ahnung, wie sie sich aufführten. Und dann sollte ich von einer Gruppe ausgebildeter Ärzte untersucht werden, die auf Geisteskrankheiten spezialisiert sind!"
Nellie Bly

Doch Nellie hält zehn Tage durch. Dann kommen wie vereinbart Kollegen von der Zeitung und geben sich als ihre Verwandten aus, um sie zu befreien.

Nach der Psychiatrie

Ihr Bericht aus der Anstalt füllt an zwei Wochenenden hintereinander zwei Zeitungsseiten. Nellie Bly gilt als eine der ersten Stunt-Reporterinnen und bereitet den Weg für den investigativen Journalismus. Aufgrund ihrer Enthüllungen über die Zustände in der Psychiatrie kommt es zu einem Prozess: Die Stadt New York musste nach Nellie Blys Reportage eine Million Dollar mehr pro Jahr für die Pflege der Geisteskranken bezahlen.