Gaslighting ist psychischer Missbrauch: Der Täter manipuliert das Opfer so, bis es am eigenen Verstand zweifelt und sich nichts mehr traut.

Jana Seelig ist Autorin, hat ein Buch über ihre Depression geschrieben. Dann twitterte sie, sie sei Opfer von Gaslighting geworden, einer bestimmten Methode des psychischen Missbrauchs. Diesen Tweet und die Kommentare dazu sind inzwischen nicht mehr bei Twitter zu lesen. Für Aufmerksamkeit fürs Gaslighting hat Jana Seelig trotzdem gesorgt.

Gaslighting ist im Prinzip eine Art psychologische Kriegsführung. Der Begriff wurde auch durch einen 40er-Jahre-Kinofilm bekannt. In "Gaslight" versucht ein Mann seine Frau in den Wahnsinn zu treiben, indem er immer wieder kleine Details in ihrem Alltag ändert. Wenn sie das dann bemerkt, behauptet er: "Keine Ahnung, was du meinst, ist doch alles wie immer."

Gaslighting ist also das Prinzip, einen anderen Menschen so sehr an seinem eigenen Verstand, seiner Wahrnehmung und Erinnerung zweifeln zu lassen, dass dieser nicht mehr unterscheiden kann, was wirklich stimmt und was nur Einbildung ist.

Dieses Vorgehen, jemanden in den Wahnsinn zu treiben, ist nicht nur eine Angelegenheit von pathologisch gestörten Menschen. Auch Geheimdienste können diese Techniken anwenden, um jemanden zu zermürben. Und Donald Trump macht etwas mit einer ganzen Nation, das tendenziell in die gleiche Richtung geht, schreibt das Online-Magazin Vox.

"Trump erzählt den Leuten das Blaue vom Himmel und lügt wirklich permanent. Und es gibt Menschen, die solchen Menschen folgen."
Bärbel Wardetzki, Psychologin

Es ist gar nicht so einfach, sich gegen das Gaslighting zu wehren: Erst mal muss das Opfer überhaupt merken, was da mit ihm gemacht wird. Oft suchen sich die Täter auch Menschen aus die eher isoliert sind, nicht so viele Freunde haben und sowieso schon viele Selbstzweifel haben. "Dann ist es wichtig, sich jemanden von Außen zu holen", so Bärbel Wardetzki. Der kann unterstützen und die wichtige Info geben: "Da versucht jemand, dich zu manipulieren."