Ein Wissenschaftler von der University of Vermont hat eine Methode entwickelt, um den Kaloriengehalt von Tweets zu messen.

Wenn ihr euch fragt, wie viele Kalorien in einer Scheibe Speck oder in einem Apfel sind, dann könnt ihr das leicht herausbekommen. Aber wenn ihr wissen wollt, wie viele Kalorien in einen Tweet enthalten sind, wird die Sache schon schwieriger. Und wenn ihr jetzt denkt: Hey, wieso Tweet und Kalorien? Wie passt das zusammen? Dann müsst ihr den Erfinder des Lexicocalorimeters kennenlernen. Das ist Peter Dodds, ein Wissenschaftler von der University of Vermont. Und der hat eine Methode entwickelt, um den Kaloriengehalt von Tweets zu messen.

Um das gleich klarzustellen - er meint das ernst, sehr ernst sogar. Peter Dodds sagt, seine Erfindung, das Lexicocalorimeter, könnte ein mächtiges Werkzeug sein, um die Gesundheit einer Gesellschaft zu erforschen. Die Studie der Vermonter Wissenschaftler wurde jetzt in der Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht. Ihr könnt euch das Lexicocalorimeter wie eine Art Satellitenbild vorstellen, das dem Forscher anzeigt, was die Menschen in einer Stadt oder in einer Region essen und ob und wenn ja - welchen Sport - sie treiben.

Natürlich ist klar: Menschen essen keine Tweets. Stattdessen greift das Lexicocalorimeter Millionen von geogetaggten Tweets auf. Also die Tweets, die in den USA eine Ortsbezeichnung enthalten. Und dann checkt das Lexicocalorimeter, was für Essensbegriffe in dem Tweet enthalten sind, also, ob da "Apple" steht oder "Ice Cream", "Burger" oder "grüne Bohnen". Und gleichzeitig schaut das Tool auch, was für Aktivitätsbegriffe die Twitternden nutzen. Ob sie fernsehen, skifahren, Alligatoren jagen oder Pole Dancing machen.

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In einem zweiten Schritt werden den Begriffen Werte für den typischen Kaloriengehalt oder Kalorienverbrauch zugeordnet. Also erst mal für die Essenswörter: Ein mittelgroßer Apfel enthält 65 Kalorien, der Breakfastburger von Burger King hingegen rund 800 Kalorien. Und jetzt die Aktivitätswörter: Eine halbe Stunde Pole Dancing verbrennt laut fatsecret 220 Kalorien, eine halbe Stunde Fernsehen laut Fitrechner hingegen nur 30 Kalorien und eine halbstündige Alligatorjagd rund 180 Kalorien, wobei sich unsere Netzautorin Martina Schulte da an der Rotwildjagd orientiert hat.

Aus dem Verhältnis dieser beiden Werte formt sich dann ein Bild, das Hinweise geben kann über den tatsächlichen Gesundheitszustand der Bevölkerung, sagt Dodds. Denn in der Studie haben die Forscher ihre Ergebnisse aus dem Lexicokalorimeter verglichen mit anderen verfügbaren Gesundheitsdaten und festgestellt - es gibt eine Korrelation. Heißt: Das, was die Leute twittern über Essen und Sport, passt zu dem, was andere Untersuchungen über ihren Gesundheitszustand ergeben, zum Beispiel über Diabetes und Fettleibigkeit.

Das wäre dann nicht nur für Weight Watcher oder Athleten interessant, sondern auch für Gesundheitsministerien, Bürgermeister, Ärzte oder Epidemiologen.

Vermont liebt Speck

Nach dem Lexicocalorimeter werden in Vermont zum Beispiel mehr Kalorien "getwittert“als in allen anderen Staaten der USA. Der Grund: Bacon, Speck. Vermonter lieben es über Speck zu tweeten, sagt Chris Danforth, ein Mathematiker, der an der Studie beteiligt war. Auf der anderen Seite twittern die Vermonter auch viel übers Skifahren, Laufen oder Schlittenfahren - Aktivitäten also, die viele Kalorien verbrauchen. Das Lexicocalorimeter sagt auch, dass in New Jersey die wenigsten Kalorien verbrannt werden. Denn dort wird weniger über "running" getweeted sondern mehr über so genannte "low-intensity activities" wie zum Beispiel "getting my nails done."

Grundsätzlich ist es jedoch schwierig, sagt auch Peter Dodds, zuverlässige Daten über den Gesundheitszustand einer ganzen Bevölkerung zu erheben. Denn es spielen viele verschiedene Faktoren mit hinein und die Möglichkeiten, Daten zu erheben für eine ganze Bevölkerung sind begrenzt. Daher ist es vielversprechend, Daten aus sozialen Netzwerken für solche Erhebungen zu nutzen.