Eine Serverfarm darf nicht zu heiß werden - also macht man mit ihr am besten das, was sich bei der Kiste Bier schon lange bewährt hat - einfach im Wasser versenken.

Alle Daten in die Cloud - so lautet ja schon seit einiger Zeit die Devise. Das heißt: Fotos, Filme, Dokumente, Datenbanken und Programme liegen nicht mehr auf der heimischen Festplatte oder auf den Firmenservern, sondern irgendwo im Netz. Aber auch die Cloud, die Wolke, basiert auf Computern, Festplatten und Netzwerkkabel im Zehntausender-Pack. Diese Datencenter stehen normalerweise irgendwo auf dem platten Land, wo es möglichst kalt ist. Jetzt hat Microsoft eine neue Idee vorgestellt: Der Konzern will Datencenter im Meer versenken, nicht zum Entsorgen, sondern um sie dort zu betreiben.

Technik wie im U-Boot

Dabei erinnert das versenkte Datencenter an ein U-Boot-Segment oder eine Raumkapsel mit druckdichtem Stahlzylinder. Die Rechner sind mit flüssigem Stickstoff gekühlt und die Abwärme wird über die Außenhülle abgegeben, was im Wasser viel effektiver ist, als über Luft. Microsoft hat sein Project Natick vorgestellt und eine Website dazu geschaltet, wo alles erklärt wird. Das ganze System wurde vergangenes Jahr vor der kalifornischen Küste getestet. Die Technik ist so ausgelegt, dass sie extrem wartungsarm funktioniert - sie soll etwa fünf Jahre ohne Störung durchhalten, dann zieht man den Kasten raus, baut aktuelle Hardware ein und versenkt ihn wieder.

Das große Problem bei den Datencentern ist die Abwärme, die die Rechner produzieren. Ein technisches, ein ökonomisches und ein ökologisches Problem.

  • Technisch: Wie kann ich die Wärme am effizientesten abführen?
  • Ökonomisch: Was kostet das - zum Beispiel für Strom für die Kühlung?
  • Ökologisch: Die produzierte und abgeführte Wärme trägt zur globalen Erwärmung bei.

Das ökologische Problem verschärft sich, je mehr Energieaufwand für die Kühlung gebraucht wird - und genau darüber denkt auch Microsoft nach. Die Datencenter im Meer sollen ihren Energiebedarf mit Turbinen aus der Strömung oder aus der Gezeitenbewegung gewinnen. Bleibt die Frage nach möglichen Schäden für die Umwelt durch die Unterwasserserver. In unmittelbarer Nähe der Server dürfte sich das Wasser ein bisschen erwärmen. Die beteiligten Wissenschaftler haben auch noch Lärmbelästigung gemessen. Schon ein Paar Meter entfernt soll das Klicken von Shrimps schon lauter als das Modul gewesen sein.