Singapur möchte die botanische Hauptstadt der Welt werden. Die Stadt tut schon sehr viel, um dieses Ziel zu erreichen. Die Begrünung fördert nicht nur die Lebensqualität, sondern bringt auch wirtschaftlich richtig viel.

Der Stadtstaat Singapur ist knapp 50 Jahre alt. Der erste Premierminister Lee Kuan Yew hatte zwei Ziele: Er wollte eine wettbewerbsfähige Metropole etablieren und gleichzeitig nachhaltig bebauen. Das Grün der Pflanzen, Bäume und Blumen sollte das Stadtbild prägen. Von Anfang an wurden viele Flächen zu Naturschutzgebieten erklärt.

"Je nachhaltiger gebaut wird, desto mehr lohnt sich das für die Stadt."
Lena Bodewein, Korrespondentin in Singapur

Wirtschaftlich gesehen ist das in vielerlei Hinsicht ein cleverer Schachzug. Viele ausländische Firmen ziehen Singapur als Unternehmenssitz anderen Städten vor. Durch die vielen Pflanzen, die die Stadt begrünen, ist die Luft gut und die Lebensqualität hoch. Die Stadt ist schön anzusehen und sie spart Geld, weil ihr Klima besser ist, als in benachbarten Städten. Wenn man beispielsweise in die Stadt Johor Bahru fährt, ist es dort extrem heiß. In Singapur hingegen kann man die Klimaanlage viel energiesparender einstellen.

Warane und Gürteltiere mitten in der Stadt

Die ausgeprägte Fauna der Stadt bietet auch vielen Tieren eine Zuflucht. Unsere Korrespondentin Lena Bodewein beobachtet regelmäßig, dass die Bewohner der Stadt das auch zu schätzen wissen. Sie freuen sich, wenn sie einen Waran, ein Gürteltier, Frösche oder exotische Vögel sehen.

"Alles was neu gebaut wird, soll einen gewissen Prozentsatz an 'Grünheit' haben - grüne Fassaden, grüne hängende Gärten."
Lena Bodewein, Korrespondentin in Singapur
Singapurs zentrales Parkgelände mit dem Namen 'Gardens by the bay'
© imago | robertharding
Gardens by the Bay Gardens ist ein 101 Hektar großes Parkgelände im zentralen Bezirk Singapurs.

Auch Korrespondentin Lena Bodewein genießt das tropische Klima der grünen Stadt. Aufgrund der dichten Bepflanzung finden viele Tiere und Insekten den Weg in Lenas Wohnung: Ameisen, Geckos, Mücken und Küchenschaben - "sehr lebendig" nennt Lena diesen Zustand. Insgesamt genießt sie es, durch die Stadt zu gehen und den Pflanzenreichtum und die Tiervielfalt zu sehen. Sicherlich ist auch das ein Grund dafür, dass mehr als 10 Millionen ausländische Touristen pro Jahr in die Stadt kommen - Singapur zählt zu den zehn meistbesuchten Orten der Welt.

Die Einzigen, die ein gewisses Nachsehen haben könnten, sind die Investoren. Durch die Grünflächen, die nicht bebaut werden dürfen, geht potenzieller Wohnraum verloren, der viel Geld einbringen würde.

"Es wächst quasi von selbst: Wir hatten einmal nicht hingeguckt und hatten eine riesige Feige auf dem Balkon stehen. Die wurde da hingeweht und ist dann da schön hochgewachsen."
Lena Bodewein, Korrespondentin in Singapur