Pizza, Punsch, gebrannte Mandeln, Bratwürste und jede Menge Glühwein - Weihnachtsmärkte lassen wenig Heißhunger-Wünsche offen. Am Ende haben wir dann eine Menge Kohle ausgegeben. Daran verdienen dann aber nicht nur die Standbetreiber, sondern auch die Städte. Für die sind Weihnachtsmärkte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Deswegen werden es auch jedes Jahr mehr. Unser Tagesreporter Martin Krinner hat mal einige Zahlen zusammengetragen.

Auf dem Weihnachtsmarkt kriegst du alles Mögliche: Korkenzieher aus Olivenholz, Duftkerzen mit Chiliaroma oder Handschuhe aus Hundehaar. All dieser Schnick-Schnack ist aber eigentlich nur ein Lockstoff. Denn das meiste Geld fließt auf deutschen Weihnachtsmärkten in die Sauf- und Fressstände. 79 Prozent der Weihnachtsmarktbesucher kommen in erster Linie wegen der leckeren Bratwürste und Reibekuchen und 64 Prozent kommen zum Glühweintrinken.

Glühwein lässt die Kasse klingeln

Dieses Jahr muss man in der Kölner Innenstadt zwischen drei und 3,50 Euro für einen Glühwein berappen - in manchen Fällen, wenn zum Beispiel ein etwas besserer Wein drin ist, auch mal 4,50. Wenn der Betreiber des Standes jetzt von diesem Preis den Einkauf abzieht, die Mehrwertsteuer, die Miete und die Personalkosten, dann bleibt ihm ein Reingewinn von immerhin knapp zwei Euro pro Tasse. Bei der Menge an Glühwein, die jeden Tag über den Ladentisch geht, können die Wirte sich echt die Hände reiben.

Halten wir fest: Vor allem mit Glühwein lässt sich viel Geld machen. Aber natürlich kosten die Stände auch Miete. Die richtet sich danach, was an dem Stand verkauft wird. Weil ein Glühweinstand den höchsten Gewinn abwirft, ist der natürlich auch der teuerste. Der Betreiber zahlt in einer Stadt wie Köln, Hamburg oder München um die 20.000 Euro für vier Wochen. Ein kleiner Einzelhändler, der Kinderschals oder Weihnachtskugeln vertickt, muss dagegen nur um die 2000 bis 2500 Euro hinlegen.

Rund 2500 Weihnachtsmärkte in Deutschland

Der BSM, der Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, hat in Deutschland insgesamt 2500 Weihnachtsmärkte gezählt. Da sind die ganz großen dabei wie in Köln, Frankfurt oder München, aber auch kleine, die manchmal nur einen Tag oder ein Wochenende dauern. Und da tummeln sich jede Menge Leute: Schätzungen reichen von 85 Millionen bis 160 Millionen Besucher pro Jahr.

Hilfreiche Weihnachtsmarkt-Apps

Wenn ihr in einer fremden Stadt aus dem Zug steigt, den Hauptbahnhof verlasst und als erstes wahnsinnig Bock auf einen frischen Eierpunsch habt, dann helfen Apps wie "Weihnachtsmarkt-Suche" oder "Weihnachtsmärkte 24". Die bringen euch eine Umkreissuche, Routenplaner, Öffnungszeiten und User-Bewertungen. Ihr erfahrt also sofort, wo die Musik am lautesten und der Eierpunsch am leckersten ist.

Die App "Weihnachtsklingeltöne" sorgt für die passenden Geräusche aus dem Handy, die allerdings erst nach dem dritten Glühwein zu ertragen sind. Und die App "Wunschzettel" hilft euch dabei, euch nach dem vierten Glühwein noch zu erinnern, was ihr für eure Lieben besorgen müsst. Und die App "IntelliDrink" rechnet aus, ob ihr nach dem fünften Glühwein noch fahrtauglich seid. Obwohl - bei fünf Glühwein können wir uns das auch ohne App ausrechnen.